Pão de Queijo

In Brasilien gibt es pão de queijo an jeder Straßenecke. Die leckeren kleinen Käsebällchen sind ein toller Snack für zwischendurch und schmecken am besten frisch aus dem Ofen. Nach meinen Brasilienaufenthalten wollte ich auch in Deutschland unbedingt pão de queijo essen. Die Fertigmischungen, die es hier in einigen kleinen Läden mit südamerikanischem Sortiment oder im Internet gibt, haben mich allerdings nicht überzeugt. Also habe ich verschiedene Rezepte, die ich im Internet finden konnte, probiert und am Ende mein eigenes zusammengestellt. Et voliá – hier kommt mein Rezept für pão de queijo.

Zutaten:

  • 250 g Polvilho doce (“süße” Maniokstärke aus dem “Latino-Supermarkt”)
  • 250 g Polvilho azedo (“saure” Maniokstärke aus dem “Latino-Supermarkt”)
  • 90 bis 100 g Butter
  • 300 ml Milch
  • 1 Teelöffel Salz
  • 2 bis 3 Eier (je nach Größe)
  • 1 Kuhmilch-Feta
  • 1 Packung Reibekäse (z.B. Edamer)

Hilfsmittel:

  • Kleiner Topf
  • Große Schüssel
  • Holzlöffel
  • Teller oder Brettchen
  • Messer und Gabel
  • Backpapier
  • Backblech

Zubereitung:

Den Polvilho mischen und in eine große Schüssel geben.

Polvilho-Mischung

Der Polvilho staubt, also Vorsicht bei der Verarbeitung!

Die Milch zusammen mit der Butter und dem Salz erhitzen bis die Mischung kocht.

Die heiße Flüssigkeit über den Polvilho gießen und mit einem Holzlöffel gut vermischen. Das ganze sieht dann ein bisschen krümelig und zäh aus. Abkühlen lassen.

Polvilho-Milch-Mischung

Hier habe ich den Polvilho in die heiße Milch geschüttet. Anders herum funktioniert es besser…

In der Zwischenzeit den Feta klein schneiden und mit einer Gabel zerdrücken.

Wenn die Polvilho-Masse einigermaßen abgekühlt ist, beide Käsesorten und die Eier dazugeben und alles mit den Händen gut durchkneten bis ein gleichmäßiger Teig entsteht. Der Teig sollte glatt sein und nicht an den Händen kleben. Falls die Eier sehr groß sind reichen zwei Eier aus.

Jetzt kann schon mal der  Ofen auf 180° C eingestellt werden.

Das mit Backpapier ausgelegte Backblech bereitstellen und los geht’s. Aus dem Teig kleine Kugeln formen und mit etwas Abstand auf das Backblech legen.

Falls der Teig etwas klebrig geraten sein sollte, ist das Bällchenformen einfacher, wenn man die Hände ein bisschen nass macht.

Backblechformation

Ab in den Ofen damit und bei 180° C ca. 20 bis 25 Minuten backen. Wenn das pão de queijo leicht goldgelb wird, ist es Zeit den Ofen abzuschalten und zu genießen.

Pão de Queijo

Lecker! Außen sind die pãezinhos ein bisschen knusprig (das kommt von der Mischung der beiden Polvilho-Sorten) und innen sind sie weich und fast ein bisschen “matschig”. Dann sind sie genau richtig…

Wenn ich nicht gleich alles verbacken will, friere ich einen Teil der Bällchen ein. Wenn mich der Appetit packt, wandern sie direkt aus dem Gefrierfach in den Ofen.

Dazu schmecken Rotwein oder Caipirinha am Abend oder Kaffee und Marmelade am Nachmittag.

Schokoladensklaven

Jeder Deutsche isst im Jahr durschschnittlich 11 kg Schokolade. Ich kenne kaum jemanden, der keine Schokolade mag. Ich selbst esse wahrscheinlich keine 11 kg Schokolade, weil ich Süßes nicht so gerne mag wie ein Käsebrot, aber einer richtig guten Schokolade kann auch ich nicht widerstehen. Was ist nun eine gute Schokolade? Klar, eine Schokolade, die schmeckt. Ich persönlich mag Schokoladen ohne zugesetzte Aromastoffe und ohne Lecithine als Emulgator.

Was mir auch nicht schmeckt ist Sklavenarbeit, noch dazu Arbeit von Kindersklaven. ARD hat 2010 in der Themenwoche rund ums Essen auch über “Schmutzige Schokolade” berichtet. Der Beitrag enthält eine Videoreportage, die zeigt, wie Kinder entführt werden und auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste als Sklaven schuften müssen. Ich kaufe jetzt nur noch fair gehandelte Schokolode. Zum Beispiel von der GEPA. Die schmeckt, es gibt keine Sklavenarbeit und die Kakaobauern werden fair entlohnt. Kaufen kann man die GEPA-Schokolade in den verschiedensten Sorten nicht nur im Bioladen, sondern auch in einigen Supermärkten wie Rewe, Edeka oder Kaisers.

Wie wär’s, in der Weihnachtszeit lieber weniger Schokolade zu essen und zu verschenken und dafür Schokolade mit dem Fair-Trade-Siegel zu nehmen?

Shoppingmuffel

Schon immer hatte ich nicht besonders viel Spaß daran, durch Klamottenläden zu ziehen und meine freie Zeit mit ausdauernden Shoppingtouren zu verbringen. Nicht, dass mir schöne Klamotten nicht gefallen, aber ich finde Shopping einfach anstrengend.

Wenn ich daran denke, unter welchen Bedingungen die meisten Klamotten hergestellt werden, dann vergeht mir die Lust am Einkaufen erst recht.

Im ZDF ist eine interessante Reportage über die Herstellungsbedingungen der in Europa verkauften Kleidung in Asien ausgestrahlt worden (ZDF: Nähen bis zum Umfallen). Es ist erschreckend, was passiert, damit wir schön billig einkaufen gehen können. Auch wenn dieser Beitrag Fabriken zeigt, in denen es einigermaßen geordnet zugeht, wird doch deutlich, dass im Hintergrund vieles im Argen liegt. Es ist gut, wenn Unternehmen wie C&A und Otto die Einhaltung von Standards bei ihren Zulieferern überprüfen, aber für mich bleiben viele Fragen offen: Wo kommen die Rohstoffe her und wie wurden sie gewonnen? Welche Chemikalien, die der Umwelt und den Arbeitern schaden können, kommen bei der Baumwollproduktion und bei der Färbung der Stoffe zum Einsatz? Wie wird überprüft, wohin Arbeiten aus den vorbildlich wirkenden Fabriken ausgelagert werden? Wie setzen sich die Preise zusammen und was kommt bei den Arbeitern davon an? Diese Fragen werden nicht gestellt, dabei sind die Nähfabriken doch nur die Spitze des Eisbergs, wenn es um die Bekleidungsindustrie geht… Dieser Beitrag auf Youtube, ebenfalls vom ZDF, zeichnet dann auch ein etwas anderes Bild:

Es geht auch anders und das nicht nur mit Ringelwollpullies in Kartoffelsackform. Inzwischen haben sich viele Läden für fair gehandelte Mode etabliert. Mein erstes “faires” Teil habe ich vor ein paar Jahren ich bei Zündstoff Clothing gekauft. Die Jungs aus Freiburg haben eine tolle Auswahl und sogar eine eigene T-Shirt-Kollektion. Reinschauen lohnt sich: Zündstoff Clothing.